75 Jahre AOB – Festakt mit Ehrungen

Die offizielle Gründung des Akkordeon-Orchesters Baltmannsweiler e.V. (AOB), damals unter dem Namen „Hand-Harmonika-Klub Baltmannsweiler, geht auf das Jahr 1951 zurück. Zu Beginn des Jubiläums-Jahres 2026 feierte der Verein im Bürgerhaus in Hohengehren.

Wie es sich für eine große Feier des AOB gehört, begann der Festakt musikalisch. Das Kammerorchester unter der Leitung von Thomas Bauer gab ein kleines Konzert mit Greensleeves, Adiemus und Across the Stars.

„Es war einmal …“, so begann Michael Nille, Vorsitzender des AOB seit 1990, seine kurzweilige Geschichte zur Vereinshistorie. Otto Ziegler (Vorsitzender von 1951-1980, 1982-1986) scharte 1948 junge Akkordeon-Spielerinnen und Spieler um sich. Damals noch auf diatonischen und chromatischen Instrumenten. Schon mit der ersten Dirigentin Annelore Stützel (1950-1955) begann eine beispiellose Erfolgsgeschichte. „In jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ wusste Michael Nille hierzu anzuführen.

Unter dem Dirigat von Heinz Kolasa (1955-1983) und der Jugendausbildung durch „Fräulein Krotz“, der späteren Irene Kolasa, wuchs der Verein rasch auf beachtliche 20 Erwachsene und 15 Jugendliche in den beiden Orchestern an. Wie heute immer noch, wurde Freitags geprobt. Zuerst im „Rössle“ oder „Café“, später dann im „Kindergarten Haldenstrasse“ und seit 2020 im Bürgerhaus in Hohengehren. Das Akkordeon-Orchester spielte auch schon bei der Einweihungsfeier des Bürgerhauses im Jahr 1986. Dass man sehr froh darüber sei, hier die Jugendkonzerte, Weihnachtsfeiern, Mitgliederversammlungen und Proben durchführen zu können, hob Michael Nille mit besonderem Dank an die Gemeinde und andere Vereine hervor. Die Konzerte, damals noch in der alten Turnhalle, veränderten sich von Volksmusik hin zu anspruchsvoller Literatur. Nationale und internationale Reisen (Frankreich, Italien, CSSR, u.a.) und zahlreiche Erfolge (z.B. 1958: 1. Preisträger Original-Literatur, Coupe d’Europe, Staßbourg / 1968: 1. Preisträger Höchststufe, Weltfestspiele Luzern / 1973: 1. Preisträger und Sonderpreis des Bundespräsidenten, Europafestival Bonn) folgten. Weltberühmte Solisten und Ensembles fanden als musikalische Gäste den Weg in die Konzerte nach Baltmannsweiler. Der kleine Ort vom Schurwald ganz oben.

Für kurze Zeit übernahm Irene Kolasa nach dem Tod vom „Boss“ das Dirigat (1983-1984) ehe mit Bernd Maltry ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte aufgeschlagen wurde. In die kurze Zeit (1984-1987) seiner musikalischen Leitung fällt der Aufbruch hin zu „neuer“ Musik und das 1. Galakonzert beim World Music Festival 1986 in Innsbruck.

Dann folgten die beiden größten vorstellbaren Glücksfälle für das AOB. Mit Christine Fischer kam 1986 eine junge Absolventin aus Trossingen für die Jugendausbildung nach Baltmannsweiler. Neben allen anderen Erfolgen gewinnen Jugendensembles oder Jugendorchester unter der Leitung von Christine Fischer dreimal den 1. Platz in Innsbruck. Noch immer ist sie der Garant für unseren musikalischen Nachwuchs.

Ein Jahr später, 1987, übernahm Thomas Bauer die Leitung des 1. Orchesters in Baltmannsweiler. Mit ihm hielt „verbotene“ Literatur Einzug in die Konzerte, nun im Kulturzentrum. Man erinnere sich beispielsweise an Brahms, Beethoven, Mussorgsky, Dvorak und viele weitere „klassische“ Komponisten. Beim Kulturzentrum, einem Schmuckstück über die Gemeindegrenzen hinaus, sei man übrigens bei der Planung beteiligt gewesen und freue sich immer wieder über die Größe, den Klang und die Nutzbarkeit, so Michael Nille. Hiervon kann man sich auch beim 1. Jubiläumskonzert am Samstag, den 25. April 2026, ab 19 Uhr, überzeugen. Jedoch nicht nur das Kulturzentrum wurde zur regelmäßigen Konzertstätte des Orchesters. Unter der Leitung von Thomas Bauer fand 1989 das erste „besondere Konzert“ des AOB in der Liederhalle in Stuttgart statt. Dank der Unterstützung durch Herbert Werz und Simone Kopp folgten bislang zehn weitere „besondere Konzerte“.

Zum Schluss seiner Rede hob Michael Nille nochmals die Verbindung des AOB zur Gemeinde hervor. Man sei bei allen Dorffesten beteiligt gewesen, spielte bei der Rathaus-Einweihung, der Einsetzung von Bürgermeistern und vielen weiteren Festen und Gelegenheiten.

Eine neue Generation wachse mittlerweile heran, welche die Geschickt des Vereins mit Weitsicht in die nächsten Jahrzehnte führen werde.

Nach langanhaltendem Beifall übernahm Herr Bürgermeister Simon Schmid das Mikrofon.
„75 Jahre AOB, 75 Jahre eine Erfolgsgeschichte!“ so begann seine Rede. „Erfolg ist eine Folge von dem, was man tut!“, führte Herr Schmid weiter aus. Was das AOB auszeichne, sei die Höchstleistung auf musikalischem Niveau von Luzern 1968 bis hin zum 2. Platz in der „Höchststufe“ beim 14. World Music Festival 2025 in Innsbruck. Hierfür überreichte er eine Anerkennung seitens der Gemeinde. Das AOB repräsentiere Baltmannsweiler weit über die Gemeindegrenzen hinaus.

Als besondere Überraschung überreichte Herr Schmid das T-Shirt, mit welchem er das AOB bei der Rückkehr aus Innsbruck empfangen hatte.

Für eine ganz besondere Laudatio kam Jochen Hausmann (MdL), Ehrenpräsident des DHV (Deutscher Harmonika Verband), zum Festakt des Akkordeon Orchesters Baltmannsweiler e.V. (AOB) ins Bürgerhaus nach Hohengehren.

Gleich zu Beginn übermittelte er Grüße vom DHV-Präsidenten Niko Reith (MdL) sowie vom gesamten Präsidium. Ganz passend läge das 75-jährigen Vereinsjubiläum im „Jahr des Akkordeons“ des Deutschen Musikrates. Bei der Fülle an ausgestellten Pokalen und Auszeichnungen in der erfolgreichen Vereinsgeschichte regte Herr Hausmann sogleich ein Museum an. Schließlich handele es sich um ein besonderes Orchester und einen besonderen Verein. Ein Verein, bei dem viele Menschen dahinterstehen. Wo eine perfekte Verbindung zwischen Vorstandschaft, Ehrenamt und musikalischem Erfolg zu sehen und hören ist. Besondere Anerkennung gebühre vor allem den musikalischen Treibern des Vereins: Michael Nille, Thomas Bauer und Christine Fischer-Fahs.

Herr Hausmann erzählte von seiner Zeit als 8-jähriger und dem ersten Akkordeon-Unterricht. Schon damals habe Baltmannsweiler in der Akkordeon-Szene einen besonderen Namen gehabt. Daran habe sich bis heute nichts geändert. Eher sei der Ruf noch gewachsen. Der jahrzehntelangen musikalischen Höchstleistung zollte er Respekt und Anerkennung. Im Namen des DHV überreichte er eine Urkunde zum Jubiläum.

Finden die Ehrungen für langjährige Vereinsmitgliedschaft oder Mitgliedschaft im DHV und somit Verdienst um die Akkordeonmusik sonst auf der Mitgliederversammlung statt, bot sich dieses Jahr der Festakt an. Michael und Heiko Nille sowie Christoph Beyer nahmen die Ehrungen vor.

  • Daniela Ade: 20 Jahre DHV
  • Marcel Ade, Marleen Kary und Jörg Ziegler: 35 Jahre AOB
  • Christine Fischer-Fahs: 40 Jahre DHV, goldene Dirigenten-Nadel mit Kranz
  • Manuela Schanbacher: 40 Jahre AOB
  • Silke Schmohl: 40 Jahre DHV
  • Remona Grollmuss, Bernd Müller und Dietmar Schönherr: 55 Jahre AOB
  • Edgar Grollmuss: 60 Jahre AOB

Unter stehenden Ovationen wurde ein ganz besonderes Vereinsmitglied geehrt.

  • Heinrich „Heiner“ Hezinger wurde als letztes Gründungsmitglied für 75 Jahre Vereinsmitgliedschaft im AOB geehrt.

Nach dem offiziellen Teil versprach das gemeinsame Mittagessen Stärkung. Auch hier zeigte sich das Engagement der Vereinsmitglieder, da die Bewirtung in Eigenregie geleistet wurde.

Unter der Leitung von Michael Nille spielte das Akkordeon-Ensemble Baltmannsweiler noch ein kleines Konzert. Mit „Caresse sur l’ocean“ aus ‚Die Kinder des Monsieur Mathieu´, „Skyfall“ (Adele), „Ocean Wide, Canyon Deep“ (Jacob Collier) und „The Magnificant Seven“ (Elmer Bernstein) begeisterte man die Gäste.

Bei Kaffee und Kuchen saß man noch lange beisammen. Man konnte vielen Anekdoten aus der Vereinsgeschichte lauschen, da einige Ehemalige zum Festakt gekommen waren. Der enge Kontakt zwischen den „Alten“ und „Jungen“ war auch hier zu spüren. 
Der Start ins Jubiläumsjahr war vielversprechend. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen für die Hilfe zum Festakt, bei den Verantwortlichen der Festschrift und allen Beteiligten. Ein ganz besonderer Dank geht an Herrn Bürgermeister Simon Schmid und Herrn Jochen Hausmann für die bewegenden Worte zum 75-jährigen Jubiläum des Akkordeon-Orchesters Baltmannsweiler e.V.

Veröffentlicht in 2026.

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